Schalldämpfer zur Jagdausübung möglich

 

Nach Art.29 Abs.2 Nr.7 BayJG sind Schalldämpfer zur Jagdausübung in Bayern verboten. Nach Art. 29 Abs. 3Nr. 2 BayJG können von diesem Verbot Ausnahmen zugelassen werden. Im Rahmen der Ausnahmeentscheidung ist das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit nach Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG zu berücksichtigen. Für die Jagd bedeutet dies, dass der Gehörschutz nicht für alle Jäger und Jagdarten geeignet ist und außerdem das Problem der Umweltbelastungen stärker einbezogen wird (Treiber, Hundeführer, Hunde, Anwohner, Erholungsverkehr). Schalldämpfer könnten den Mündungsknall je nach Bauart 30-40 Dezibel reduzieren und dadurch eine für den Gesundheitsschutz entscheidende Schwelle unterschreiten.

 

Waffenrechtlich gesehen ist der Schalldämpfer nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr. 1.3 zu § 1 Abs. 4 WaffG erlaubnispflichtig.  Soweit das jagdrechtliche Verbot allgemein oder im Einzelfall aufgehoben ist, kann die Waffenbehörde auch ein waffenrechtliches Bedürfnis zu einem Schalldämpfer anerkennen (§ 8 WaffG).

Das BayStMI und BayStmELF haben aus den angeführten Gründen die Kreisverwaltungsbehörden angewiesen,  entsprechende Anträge der Jägerschaft positiv zu verbescheiden.

 

Die Erlaubnis kann aber nur für Jagdlangwaffen und nur in den Ländern, bzw. Bundesländern gelten, wo die Jagd mit Schalldämpfern generell oder per Einzelfallentscheidung erlaubt ist. 

Das heißt, dass der Jäger mit erlaubtem Schalldämpferbesitz diesen natürlich nur dort verwenden darf, wo es jagdrechtlich zulässig ist.

  

Die Schreiben der Ministerien und ein Muster des Antragsformulares befinden sich im Anhang.

 

 R. Binder, Jägervereinigung Pfaffenhofen-Jägerschule

 

Schreiben BayStMI

 

Schreiben BayStmELF

 

Antrag