Ausmisten für den Nachwuchs

Zum Ende des Sommers greifen Jäger und andere Naturschützer den überwinternden Singvögeln unter die Flügel: Reinigung und Neubau von Nistkästen stehen auf der Agenda.  Der DJV gibt Putztipps und veröffentlicht eine Bauanleitung für den geeigneten Vogel-Unterschlupf.

(Berlin, 29. August 2017) 

Überwinternde Singvögel wie Meise, Kleiber und Spatz suchen schon bald nach einem wetterfesten Unterschlupf für die kalten Jahreszeit. Jäger und andere Naturfreunde sollten jetzt mit der Säuberung von Nistkästen beginnen. Denn bei ausreichendem Futterangebot brüten viele Singvögel zweimal im Jahr. Sie überbauen dafür einfach das alte Nest mit weitreichenden Folgen: Neben dem fehlenden Platz für die Jungvögel, machen sich zudem lästige Untermieter wie Vogelflöhe, Lausfliegen oder Federlinge breit, die sich in altem Nistmaterial wohl fühlen und die überwinternden Vögel schwächen können. Der Deutsche Jagdverband (DJV) gibt Tipps zur richtigen Hilfe für unsere gefiederten Freunde.

Vor der eigentlichen Reinigung des Vogelkastens muss geprüft werden ob Zwischenmieter wie Fledermaus oder Siebenschläfer Quartier bezogen haben. Daher erst anklopfen und den Deckel leicht anheben. Nistkasten besetzt? Dann muss dessen Reinigung auf das Frühjahr verschoben werden.  Ist der Nistkasten leer, das alte Nistmaterial entfernen und den Kasten mit heißem Wasser oder einer Kochsalzlösung ausspülen. Anschließend gründlich austrocknen lassen. Auf Reinigungssprays oder -mittel sollte zum Wohl der Tiere gänzlich verzichtet werden. 

Kein Vogelquartier für den Winter in Sicht? Dann einfach selber bauen! Als Material eignen sich unbehandelte, mindestens 20 Millimeter starke Bretter aus Eiche, Erle, Weißbuche, Kiefer und Fichte. Wichtig sind auch die Eigenschaften des Fluglochs. Es sollte mindestens einen Durchmesser von 26 Millimeter haben, abhängig von der Vogelart, die einziehen soll.  Das Loch soll sich etwa 150 Millimeter über dem Kastenboden befinden. Ein Kasten mit vorgezogenem Einflugloch bietet zusätzlichen Schutz vor Katze und Marder. Diese finden auf einem abgeschrägten Dach übrigens keinen Halt - gut für die Küken im Kasten. Beim Aufhängen des Kastens ist darauf zu achten, dass zum Schutz vor Witterungseinflüssen das Einflugsloch in Richtung Südosten zeigt.

Selbst im Wald finden manche Höhlenbrüter wenig Unterschlupf, es fehlt das Altholz. Hier hilft die Jägerschaft: Sie pflegt und repariert jedes Jahr rund 270.000 Nistkästen und gibt vielen Jungvögeln ein neues Heim. Der DJV hat jetzt eine Nistkasten-Bauanleitung für Höhlenbrüter veröffentlicht. Diese kann hier heruntergeladen werden: http://bit.ly/vogelnistkasten

 

Jäger pflegen und reparieren jedes Jahr tausende Nistkästen
Quelle: Seifert/DJV